Alles auf Maß

Cove & Co

[Cortissimo] Best Practice

29.03.2016

Foto: Rainer Holz

Wer sich bei cove&co einkleidet, setzt auf Maßarbeit, feinste Tuche und traditionelle Verarbeitung. Dame oder Herr, denn für beide bietet das Düsseldorfer Unternehmen in 13 Ateliers in Deutschland zeitgemäß übersetzte und exquisite Herren- und Damenmaßanfertigungen. Am Anfang steht das Maß. Persönlich abgenommen, nicht gescannt von einer Maschine. Das habe man ausprobiert, so Jürgen Muckenschnabel, aber dann schnell wieder verworfen. Denn in einem Bodyscanner nehmen Menschen keine natürliche Haltung ein. „Wenn ein versierter Schneider sie vermisst, dann ziehen Sie nicht den Bauch ein oder halten bewusst die Schultern gerade“, klärt Muckenschnabel auf.

Beim entspannten Plausch mit dem Schneider während des Vermessens stehen Kunden natürlicher und das Maß kann perfekt ermittelt werden. Zwei Stile stehen bei cove&co im Mittelpunkt: Es ist der englische Stil, wie ihn die Schneider der Savile Row im Londoner Stadtteil Mayfair pflegen. Schweres englisches Tuch, verstärkt und aus der Uniform abgeleitet, das dem echten Gentleman Haltung verleiht. Der zweite Stil ist italienisch geprägt: Leichte Anzüge, die durch eine sanfte Verarbeitung überzeugen. Ein Anzug, bei dem Mann das Sakko den ganzen Tag nicht ausziehen will.

Muckenschnabel zögert ein wenig, wenn man ihn festnageln will, welcher Typ denn welchen Stil trägt, kommt aber zu dem Schluss, der deutsche Traditionalist bevorzuge eher den englischen Stil und der Connaisseur tendenziell die italienische Variante.

Tradition der Savile Row

Cove sieht sich nicht in der Tradition eines einzigen großen Namens der Maßschneiderei, wie die traditionellen Häuser in der Savile Row, die heute noch vom alten Glanz des einen und einzigen Stils leben, die ein einzelner dieser Meister ehedem geprägt hat. cove&co hat seinen Ursprung in der Maßkonfektion, also ausgehend von einigen Grundschnitten, die dann auf die persönlichen Maße angepasst werden. Dabei spielt die sartoriale Verarbeitung, also das Nähen von Hand mit der sichtbar stilvollen Imperfektion als Gegenpart zur sterilen maschinellen Verarbeitung eine große Rolle. Muckenschnabel sagt, dies schätzten vor allem die wahren Liebhaber, die Anzüge auch gerne tragen und nicht nur, weil sie es müssen. Und da darf ein Detail wie ein Knopfloch handgenäht als Gimpen-Knopfloch schon einmal anderthalb Stunden dauern und entsprechend kosten. Cove legt Wert auf die Feststellung, dass man nicht in Fernost produzieren lasse. Bei Danzig entstehen die Anzüge, Blusen, Hemden und mehr. Sie werden von mehr als 80 ausgebildeten Maßschneidern gefertigt. Cove versteht sich als Manufaktur. Dies gilt auch für die Stoffe und Tuche, die alle in Europa gewebt werden. Darauf legten auch die Kunden gesteigerten Wert.

Wer trägt Maßkonfektion

„Unser jüngster Kunde war einmal acht Monate alt und gelegentlich kleiden wir schon junge Herren zur Kommunion ein. Die meisten Kunden sind berufstätig, zwischen 35 und 65 Jahren jung und verfügen über einen bestimmten Status und entsprechende finanzielle Mittel. Es gibt aber auch den Individualisten, der auf seinen Maßanzug spart, oder ältere Herren, die silberne oder goldene Hochzeit feiern. Auch Männer, die den Hafen der Ehe ansteuern, lassen sich gerne einen Anzug auf den Leib schneidern. Die stürmen schon mal samt Entourage das Atelier.“, beschreibt Muckenschnabel den Kundenstamm. Am intensivsten wollen die Connaisseure sich über Stilfragen austauschen, während der Businesskunde auch mal die Mittagspause nutzt, um seine Maße auffrischen zu lassen und dann den bereits bewährten Anzug nachbestellt. Die Damenwelt reagiert ein wenig differenzierter auf Maßkonfektion. Kann es bei Männern neben Effizienz und Qualität auch Status sein – es soll Männer geben, die extra bei Freunden anrufen und erklären, dass sie gerade bei ihrem Maßschneider sind – ist das Thema Maßkonfektion bei Frauen durchaus mit einem Tabu belegt. Frauen argumentierten schon mal leicht schnippisch empört: „Ich muss noch keine Maßkleidung tragen, ich passe noch in die Konfektion“. Aber auch hier setzt sich gerade im Businessbereich allmählich die Überzeugung durch, dass Blusen, Hosenanzüge oder Kostüme auf Maß gefertigt einen hohen Stil-, Wohlfühl- und Komfortfaktor aufweisen. Dabei ist die festliche Bekleidung für Frauen die große Oper der Haute Couture, vom Brautkleidtraum bis Ballkleid oder Galarobe.

Wir mögen das Medium Zeitung

Auch im Marketing geht man bei cove&co eigene Wege mit Blick auf das Besondere und die Qualität. Muckenschnabel formuliert eindeutig: „Wir mögen das Medium Zeitung. Es passt toll in unsere Welt der Maßschneiderei, vermittelt traditionelle Werte und ein Gefühl von Ästhetik, die wir auch unseren Kunden zu vermitteln suchen.

Dabei leben wir nicht rückwärtsgewandt, sondern propagieren eine moderne Klassik und fangen aus beiden Welten das Beste ein. Wir arbeiten traditionell mit Verfahren, die es schon vor 150 Jahren in der Herrenbekleidung gab und heute eben auch noch im hochwertigen Bereich gibt. Aber wir gehen auch mit der Zeit, was unsere Medien, Bildwelten, Gestaltung und Texte angeht.“

Bei cove&co ist man vor allem von den hochwertigen Papieren, die man im Cortina-Druck einsetzen kann, begeistert. Hochglanzmedien klebten oft an der Haut, bei matten Papieren passiere das nie. „Wir suchen immer nach Oberflächen, die leicht angerauht und matt sind, das ist für uns Wohlfühlen. Beim Cortina- Druck können wir mit Akzenten arbeiten und farbliche Brillianz setzen“, erläutert Muckenschnabel, für den Druckmedien immer noch neben den digitalen Auftritten wie dem Online-Shop eine extrem wichtige Rolle spielen: „Unsere Seasonal Papers legen wir zweimal im Jahr ganz klassisch im Frühjahr/Sommer und Herbst/Winter auf.

Die Zeitungsmagazine werden an unsere Premium-Stammkunden versandt. Wir stellen darin neue Tuche vor, und da ist es sehr wichtig, dass zum einen die Farbe, aber auch die Haptik des Tuches transportiert wird. Also wenn ein Leinenstoff abgebildet ist, soll man erahnen wie sich das anfühlt. Das klappt mit den Zeitungsmagazinen hervorragend und wir bekommen nicht nur von unseren Kunden, sondern auch aus unseren Ateliers ein positives Feedback: So heißt es oft, ihr habt ein schönes Produkt gemacht, das der Kunde auch versteht.“


Mehr Best Practice

Der Druck auf der Zeitungsrolle bringt uns zudem den Vorteil, dass wir bis zum Vorabend des Andrucks aktuell an der Ausgabe arbeiten können.

Dr. Dieter Hilla, Bayer Aktiengesellschaft, Employee Communications/direkt/BNC